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rund ums BAföG

BAföG als Unterstützung von Schülern, Auszubildenden und Studenten.

Die Definition: BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz oder kurz BAföG genannt ist eine staatliche Förderung bzw. Ausbildungsförderung für Jugendliche und junge Erwachsene, um die Chancengleichheit auf eine gute Ausbildung und damit gleiche berufliche Perspektiven zu schaffen. 

Das Wichtigste zum BAföG in Kürze

- Das BAföG ist eine staatliche Förderung welches den Besuch einer Ausbildungs- oder Studienstätte ermöglichen soll.
- Das BAföG kann für verschiedene Bildungswege beantragt werden.
- Rechtzeitig handeln: Die Bearbeitung und Verarbeitung braucht eine gewisse Zeit. Kümmere Dich daher frühzeitig um die Förderung

Die Richtlinien zur Erteilung der Förderung bzw. Ausbildungsförderung sind daher im Sozialgesetzbuch festgehalten. Abhängig von verschiedenen persönlichen und sozialen Voraussetzungen wird über die Höhe der Förderung entschieden, wenn beispielsweise die Eltern eine Ausbildung durch ein zu geringes Einkommen nicht allein finanzieren könnten. Der Prozess der Beantragung der Ausbildungsförderung erfordert allerdings eine genaue Recherche und wird auch durch verschiedene Antrags- und Beratungsstellen unterstützt. 

BAFÖG – die Förderung für Studenten und Schüler

Eigentlich ist BAFÖG nur die Abkürzung für ein Gesetz, das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), in welchem die staatliche finanzielle Unterstützung für Studierende und Schüler geregelt wird. Wer heute allerdings „Bafög“ sagt, meint in der Regel die finanzielle Förderung, die im Gesetz geregelt ist. Das BAFÖG ist eine Sozialleistung.

Während Bafög früher einmal ganz als nicht rückzahlbarer Zuschuss gezahlt wurde, sind die heutigen Bafög-Zahlungen dem Grunde nach im Regelfall zur Hälfte „geschenkt“ und die andere Hälfte muss zurückgezahlt werden, wofür großzügige Rückzahlungsmodalitäten angeboten werden, die eigentlich jedem Studierenden nach Abschluss seines Studiums die Rückzahlung ermöglichen sollten.

Warum gibt es eigentlich BAFÖG?

Das Bafög wurde eingeführt, um Bildung unabhängiger vom Einkommen und der Herkunft zu machen. Insbesondere Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten sollten auch die Möglichkeit haben, zu studieren. Überdies wollte man den Druck von den Studenten nehmen, unbedingt neben dem Studium arbeiten zu müssen, um sich das Studium zu finanzieren. Man hatte festgestellt, dass junge Menschen eher studieren, wenn sie aus vermögendem Elternhaus stammen und, dass Studenten, die nebenher arbeiten müssen, länger für ihr Studium brauchen und Gefahr laufen, das Studium abzubrechen oder zum ewigen Studenten zu werden.

Die Studierenden-Förderung durch BAFÖG sollte die Chancengleichheit der Bildung erhöhen und die Aufnahme eines Studiums unabhängiger vom sozialen Umfeld des Studierenden machen.

In Teilen wurde dies auch erreicht, dennoch arbeiten fast 2/3 aller Studenten neben dem Studium noch, um das Studium und sonstige Kosten zu finanzieren.

Seit wann gibt es Bafög und wie hat sich die Rückzahlung verändert?

BAFÖG in seiner Grundform wurde 1971 eingeführt, die Einführung erfolgte damals als nicht rückzahlbare Leistung, was sich „Vollzuschuss“ nannte. Unter Bundeskanzler Willy Brandt wurde es für Studenten und Schüler eingeführt. Es gab in Deutschland auch schon seit den 1950er-Jahren eine Studienförderung (Honnefer Modell), mit Einführung des BAFÖG wurde die Bandbreite jedoch deutlich größer:

Deutlich mehr Menschen hatten Anspruch auf Bafög und es wurde ein gesetzlicher Anspruch darauf eingeführt. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl wurde das Bafög auf ein Voll-Darlehens-Modell umgestellt, die Förderung musste in voller Höhe zurückgezahlt werden (1983-1990). Unter Kohl wurde auch die Förderung für Besucher allgemeinbildender Schulen drastisch reduziert.

Unter Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde im Jahr 2001 wieder eine Ausweitung der Bafög-Leistungen umgesetzt, so mussten nur noch maximal 10.000 Euro des Darlehensbetrags auch zurückgezahlt werden.

Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde im Jahr 2010 zunächst eine Ausweitung des Bafög beschlossen, u.a. wurde die Altersgrenze für Masterstudiengänge auf 35 Jahre erhöht (zuvor: 30 Jahre).

Bestimmte Stipendien, die begabungsabhängig oder leistungsabhängig waren, mussten bis zu 300 Euro monatlich nicht auf das Bafög angerechnet werden. Die besonderen Regeln für Bafög bei Bezug in einer Ehe wurde auf eingetragene Lebenspartnerschaften ausgedehnt.

Wer die Ausbildung besonders gut abgeschlossen hat, bekam bis 2012 einen Teil des Bafög-Darlehens erlassen.Heute erhalten Schüler das Bafög als nicht rückzahlbare Leistung, also praktisch „geschenkt“.  Der Regelfall bei Studierenden und Auszubildenden ist, dass Bafög zur Hälfte nicht zurückgezahlt werden muss und die andere Hälfte als zinsloses staatliches Darlehen in bequemen Raten zurückgezahlt werden muss.

Welche Voraussetzungen für BAföG sind wichtig zu erfüllen?

Kurz und komprimiert: Wer BAFÖG beziehen will, sollte prüfen, ob folgende Bedingungen zutreffen:

  • Förderungsfähig ist ein ERSTES Studium in Vollzeit.
  • Förderfähig ist auch der zweite Bildungsweg und ein sich daran anschließendes Studium.
  • Master-Studiengänge sind nur förderfähig, wenn sie ohne Zeitverzug auf einem dazu passenden Bachelor-Studium aufbauen.
  • Bei Zusatz-, Ergänzungs- oder Zweitausbildungen wird eine Förderung schwer bis unmöglich.
  • Wechsel der Fachrichtung innerhalb der Regelstudienzeit ist unschädlich, wenn man einen wichtigen Grund dafür nennen kann. Der Wechsel sollte allerdings spätestens zum 4.Fachsemester erfolgen – bei Wechsel bis 3.Fachsemester muss nicht ausführlich begründet werden.
  • Einkommens- und Vermögensgrenzen sind im Regelfall zu beachten, s.u.

Wieviel BAföG gibt es? – die Höhe der Förderung

Die Höhe des BaföG (Stand August 2020) kann bis zu 941 Euro pro Monat betragen. So können Studierende (die nicht im elterlichen Haushalt leben) folgende Bafög-Höchstsätze (Grundbedarf sowie Bedarf für Unterkunft) erhalten:

  • Studierende unter 25 Jahren: 752 Euro pro Monat
  • Studierende von 25 bis 29 Jahre: 861 Euro pro Monat
  • Studierende ab 30 Jahren: 941 Euro pro Monat

Die genaue Höhe des BaföG ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Vermögen des Studierenden
  • Eigenes Einkommen des Studierenden
  • Einkommen der Eltern des Studierenden
  • Einkommen des Ehepartners des Studierenden (oder eingetragener Lebenspartner)

Für die Einkommensermittlung bei Eltern oder Partner gelten Freibeträge und Abhängigkeiten, wie z.B. Anzahl der Geschwister, Familienstand der Eltern, Ausbildungsart und Unterhaltszahlungen der Großeltern.

Bafög-Ämter lassen sich dazu im Regelfall die Einkommensteuerbescheide der Eltern und/oder Partner des vorletzten Kalenderjahres vorlegen. Kann man nachweisen, dass im aktuellen Jahr das Einkommen deutlich niedriger ausfällt, kann man einen sogenannten Aktualisierungsantrag stellen, der dann das aktuelle Einkommen (ggf. auch als Prognose) zur Grundlage der Bafög-Berechnung macht.

Wird Kindergeld bei Bafög angerechnet?

Kindergeld wird bei der Bafög-Berechnung nicht als Einkommen angerechnet, erhöht also bei Kindergeld-Beziehern das monatlich zur Verfügung stehende Einkommen.

Wieviel darf ich als Student zum Bafög dazuverdienen?

Grundsätzlich darf man als Student soviel dazuverdienen, wie man möchte. Allerdings muss man sich Einkommen oberhalb von 5421 Euro im Jahr bei der Ermittlung der Höhe der Bafög-Beträge anrechnen lassen. Hat man als Studierender ein Vermögen von mehr als 8.200 Euro, wirkt sich auch dieses auf die Höhe der Bafög-Förderung aus (Vermögensfreibetrag).

Der Vermögensfreibetrag erhöht sich für Ehepartner/Lebenspartner und Kinder um jeweils 2.100 Euro. Alles, was darüber liegt, wird bei der Berechnung auf den Bewilligungszeitraum für Bafög angerechnet und monatlich umgelegt. Wer beispielsweise 1200 Euro „Zuviel“ an Vermögen hat und 12 Monate Bafög bewilligt bekommen hat, erhält jeden Monat 100 Euro Bafög weniger (1200 geteilt durch 12).

Bafög plus Zuschlag für Kinder

Wer als Studierender eigene Kinder hat, die im selben Haushalt wohnen und jünger als 14 sind, erhält pro Kind einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag von 150 Euro pro Monat. Dieser Kinderbetreuungszuschlag muss nicht zurückgezahlt werden.

Wieviel Prozent der Studierenden erhalten BAföG?

Nach einer Erhebung des Studentenwerks (21. Sozialerhebung) aus 2016 beziehen 18% aller Studierenden, die in amtlichen Hochschulstatistiken erfasst sind, Bafög-Leistungen. Mehr als 4 Millionen Menschen haben bislang in Deutschland schon Bafög erhalten.

BAföG und Versicherung

Wenn man als Studierender eigene Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung zahlt (und damit nicht kostenlos bei den Eltern in der Familienversicherung mitversichert ist), erhält man auch noch zusätzlich Zuschüsse zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Diese betragen:

  • Bafög-Zuschuss zur Krankenversicherung monatlich: 84 Euro
  • Bafög-Zuschuss zur Pflegeversicherung monatlich: 25 Euro

Ältere Studierende (älter als 30 Jahre oder bereits im 14. Fachsemester studierend), können sogar folgende Höchstbeträge als Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung erhalten:

  • Bafög-Zuschuss zur Krankenversicherung monatlich maximal 155 Euro
  • Bafög-Zuschuss zur Pflegeversicherung monatlich maximal 34 Euro

Die tatsächlichen zu zahlenden Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge müssen dann dem Bafög-Amt nachgewiesen werden.

Der Bafög-Zuschuss zur Krankenversicherung/Pflegeversicherung kann sowohl bei Studenten-Bafög wie auch bei elternunabhängigem Bafög gewährt werden.

Voraussetzung für Zuschüsse zur Krankenversicherung bei Bafög-Bezug:

Um die Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung zu bekommen, muss erfüllt sein:

  • Der Studierende zahlt selbstständig die Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung
  • Es liegt keine Familienversicherung mehr vor
  • Bafög-Förderung liegt unter dem Höchstsatz

Wer bereits den Bafög-Höchstsatz kassiert, kann keinen Zuschuss zur Krankenversicherung mehr bekommen, da man dann davon ausgeht, dass im Höchstsatz der Aufwand bereits enthalten ist.

Wird der Zuschuss zur Krankenversicherung automatisch mit dem Bafög gezahlt?

Nein. Um den Krankenversicherungs-Zuschuss zum Bafög zu erhalten, muss man dies auf einem zusätzlichen Bafög Formblatt zusätzlich beantragen. Das Formblatt wird von der Krankenkasse unterschrieben und muss dann an das Bafög-Amt weitergegeben werden. Dort wird dann über den Zuschuss entschieden, der bei Erfüllung der Voraussetzungen gewährt wird.

Welche Ausbildungsformen werden mit Bafög gefördert?

Mit Bafög können diverse Ausbildungsformen gefördert werden, so z.B.:

  • Besuch allgemeinbildender Schulen ab der 10. Klasse
  • Besuch von Fachschulen
  • Besuch von Berufsfachschulen
  • Besuch von Schulen des Zweiten Bildungswegs (sogenannte „Abendschulen“)
  • Besuch von Akademien
  • Besuch von Hochschulen (Unis)

Ausbildungen nach dem Dualen System werden nicht in typischer Bafög-Manier gefördert, können aber zur Beantragung einer Berufsausbildungsbeihilfe berechtigen.

Förderung erster Ausbildung durch Bafög

Mit dem Bafög soll dem Grunde nach immer nur eine erste Ausbildung gefördert werden. Man kann also nicht fünf Studiengänge nacheinander belegen und sich alle fördern lassen. Wer sich nicht frühzeitig zu einem Ausbildungsabbruch oder Fachrichtungswechsel beim Studium entscheidet, muss bei einem Wechsel mit erheblichen Einschränkungen beim Bafög rechnen. Bis zum Ende des zweiten Semesters ist ein Wechsel der Fachrichtung jedoch unschädlich und ohne weitere Begründung möglich. Wer erst zum Ende des 3. Semesters die Fachrichtung wechselt, muss dies schon mit einem wichtigen Grund begründen, danach sind Wechsel der Fachrichtungen nur noch schwer ohne Verlust der Bafög-Förderung möglich.

Es müsste ein unabweisbarer Grund vorliegen, der in der Praxis nur schwer zu belegen ist. Wer mit dem Abschluss „Bachelor“ studiert hat, hat eigentlich damit seine erste Ausbildung und damit auch die Bafög-Förderung abgeschlossen. Der Bachelor-Abschluss gilt als berufsqualifizierender Abschluss. Nur wenn ein Master-Studium sofort anschließt und auf den Bachelor aufbaut, ist eine Förderung als „konsekutiver“ Studiengang auch für das Masterstudium möglich.

Fernstudium: Förderung durch Bafög?

Bei einem Fernstudium ist eine Förderung wie folgt möglich:

  • Förderung erfolgt nur für Vollzeit-Studiengänge im Fernstudium
  • Maximale Förderdauer: 12 Monate

Wer z.B. 3 Jahre Vollzeit ein Fernstudium absolviert, kann sich die letzten 12 Monate des Studiums mit Bafög finanzieren lassen, nicht aber die gesamte Dauer.

Kann man sich bei Bafög-Förderung im Studium Zeit lassen?

Der Gesetzgeber fördert ein stringentes Studieren und stellt an die Förderung durch Bafög die grundsätzliche Bedingung, dass die Leistungen des Studierenden (oder Schülers) erwarten lassen, dass das Ausbildungsziel auch erreicht wird. Dazu erwartet man, dass auch die Ausbildungsstätte regelmäßig aufgesucht wird.

So erfolgt eine Förderung ab dem 5. Semester Studium nur noch dann, wenn der Studierende nachweist, dass er den im 4. Semester üblichen Leistungsstand erreicht hat. Wer dies nicht erfüllt, muss dies besonders begründen und nachweisen, z.B. mit längeren Krankenzeiten, Kinderbetreuung, vorliegender Behinderung o.ä.

Können auch Ausländer Bafög in Deutschland beantragen?

In Deutschland können auch Ausländer Bafög beantragen. Voraussetzung ist allerdings im Regelfall, dass ein Aufenthaltsrecht in Deutschland vorliegt, welches unabhängig von der Ausbildung gilt. Ausländer, die nur geduldet sind, müssen eine Mindestaufenthaltsdauer in Deutschland von 15 Monaten nachweisen. Ein Aufenthaltsrecht, welches nur zu Ausbildungszwecken erteilt wurde, berechtigt hingegen nicht zur Bafög-Förderung.

Bafög – Altersbeschränkung

Wer eine Ausbildung (z.B. ein Studium) beginnt, sollte im Regelfall unter 30 Jahre alt sein. Für das Masterstudium liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren. Allerdings kann die Altersgrenze bei Vorliegen bestimmter Gründe aufgeweicht werden, dazu gehören z.B.:

  • Betreuung von Kindern
  • Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger
  • Hochschulzugangsberechtigung wurde auf dem 2. Bildungsweg erreicht

Kann man Bafög-Leistungen beim Jobcenter aufstocken?

Bafög-Leistungen werden pauschaliert gewährt. Studenten in Greifswald erhalten dasselbe Bafög wie Studenten in München, obwohl dort die Lebenshaltungskosten deutlich höher sind. Wegen der Pauschalierung ist es möglich, dass vor Ort die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung z.B. aus den Bafög-Sätzen nicht gedeckt sind. Wer in teuren Städten studiert und wohnt, hat die Möglichkeit, die Bafög-Leistungen beim Jobcenter aufzustocken. (§ 27 SGB II).

Gleichen Behörden Datensätze bei Bafög-Empfängern ab?

Wer BAFÖG beantragt und bezieht, muss damit rechnen, dass die Behörden Datensätze abgleichen, um Betrug zu erschweren. Bekannt ist z.B., dass das Amt für Ausbildungsförderung Datensätze von allen Bafög-Beziehern erhält, die jährliche Zinseinkünfte von über 100 Euro erhalten. Erhält das Amt so Kenntnis von Zinsen in der Höhe von über 100 Euro pro Jahr, muss der Bafög-Empfänger Nachweise über sein Vermögen vorlegen

Elternunabhängiges BAFÖG

Auszubildende können bei Vorliegen bestimmter Umstände auch elternunabhängig mit BAFÖG gefördert werden, z.B.:

  • Besuch einer Abendschule / 2.Bildungsweg
  • 30. Lebensjahr vollendet und mindestens 5 Jahre erwerbstätig gewesen
  • 30. Lebensjahr vollendet und nach 3 Jahren Berufsqualifizierung mindestens 3 Jahre gearbeitet
  • …und dabei wirtschaftlich schon eine eigene Existenz finanziert haben (§ 11 Abs. 3 BAföG)

Ich will nicht jobben und bekomme kein Bafög – was nun?

Der Traum vom Studium ohne Nebenjob muss auch dann nicht zu Ende sein, wenn man kein Bafög bekommt. Studierende sollten dann prüfen, ob sie nicht folgende Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen können:

Für den Bildungskredit der KfW gelten folgende Bedingungen:

  • Alter Studierender zwischen 18 und 35
  • Studium oder Ausbildung wird in Vollzeit absolviert
  • Ständiger Wohnsitz in Deutschland und Erfüllung Anforderungen nach §8 BAföG
  • Alternativ als Deutscher einen ständigen Wohnsitz im Ausland haben und Bedingungen nach §6 BAföG erfüllen
  • Besuchte Schule, Hochschule, Fachhochschule oder Universität ist BAföG-anerkannt
  • Alternativ: Ausländische Bildungsstätte entspricht anerkannten inländischen Ausbildungsstätten

Den Bildungskredit kann man online beantragen: Antrag Bildungskredit

Muss ich bei Bafög-Bezug Änderung der Lebensverhältnisse mitteilen?

Wer BAFÖG bezieht, muss selbst aktiv eine Änderung der Lebensverhältnisse, die sich auf den Bafög-Bezug auswirken können, mitteilen. Ab dem Zeitpunkt der Änderung der Lebensverhältnisse (nicht: ab dem Zeitpunkt der Mitteilung darüber) wird dann die Bafög-Höhe neu berechnet. Zu den möglichen Änderungen, die gemeldet werden müssen, gehören z.B.:

  • Umzug, z.B. Auszug aus dem elterlichen Haushalt oder Einzug in diesen
  • Heirat oder Eintrag Lebenspartnerschaft
  • Geburt von Kindern
  • Änderung des Einkommens oder Vermögens – jenseits von Freibeträgen

BAFÖG-Darlehen im Todesfall

Auch das Versterben des Bafög-Beziehers hat der Gesetzgeber geregelt. Wer Bafög bezieht und damit ein BAFÖG-Darlehen hat, macht seinen Erben damit keine Kopfschmerzen:

Durch den Tod des Darlehensnehmenden erlischt die Bafög-Darlehensschuld – sogar einschließlich etwaiger Kosten und Zinsen.Ausnahme: Beim Tod des Darlehensnehmers bis zum 31.8.2019 wird noch ein alter Paragraph angewandt (§ 18 Abs 5c BAföG alte Fassung) erlosch nach früherer Gesetzeslage nur die noch nicht fällige Darlehensrestschuld. Fällige Darlehensbeträge, offene Kosten und Zinsen müssen bei Sterbefällen bis zu diesem Datum dann von den Erben gefordert werden. Die Erben haben allerdings das Recht, ein Gesamterbe auch auszuschlagen, was Erben regelmäßig dann tun, wenn die Verbindlichkeiten das Vermögen des Erblassers überschreiten.

Wann muss man doch Zinsen auf das Bafög-Darlehen zahlen?

Die Bafög-Zahlungen sind zur Hälfte nicht rückzahlbar, die andere Hälfte wird als zinsfreies Darlehen gewährt. Es fallen also keine Zinsen an.

Es werden jedoch Zinsen in Höhe von 6% auf den rückzahlpflichtigen Darlehensbetrag berechnet, wenn man mit mehr als 45 Tagen im Zahlungsrückstand ist, dies ist in § 18 Abs. 2 BAföG geregelt.

Achtung: Das für die Rückzahlungen zuständige Amt muss die Raten nicht erst anmahnen, um Zinsen berechnen zu dürfen. Wer nicht rechtzeitig zahlt, bekommt für das ansonsten zinsfreie Darlehen Zinsen aufgebrummt. Man sollte also die Zahltermine unbedingt einhalten.

Seit dem 1. August 2016 werden Verzugszinsen, bzw. Rückstandszinsen auf den gesamten noch nicht getilgten Rückzahlungsbetrag berechnet (maximal bis zur Rückzahlobergrenze). Es liegt also im ureigenen Interesse des BAföG-Darlehensnehmers, die Rückzahlraten pünktlich zu den vereinbarten Zeitpunkten zu leisten.

BAföG im Ausland

Auch im Ausland gibt es BAföG-Programme für Studierende. Beim Auslands-BAföG gibt es jedoch einige Besonderheiten, die Du beachten solltest.

Welche Unterschiede zum gewöhnlichen BAföG bestehen erfährst Du in unserem Spezial-Ratgeber mit allen Details:

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