Zwischen Doktor, PhD und DBA: Welche Doktortitel gibt es in Deutschland?

Autor:
Dominik
Stand:
25.10.2020

Nach dem Abschluss des Masters stehen viele Absolventen vor der Entscheidung, ob sie eine wissenschaftliche Karriere starten sollen oder direkt in die freie Wirtschaft gehen. Unabhängig davon wofür man sich entscheidet, kann auch die Promotion eine Rolle bei der Karriereplanung spielen. Welche Promotionsarten es gibt und wie viele Doktortitel in Deutschland im Umlauf sind erfährst Du in unserem Ratgeber:

Doktortitel in Deutschland
Der Doktortitel kann ein Karriereboost sein. Doch worin unterscheiden sich die verschiedenen Abschlüsse? 

Wie viele Doktortitel werden jährlich in Deutschland vergeben?

Bundesweit erfreut sich der Doktortitel wachsender Beliebtheit, was sich auch in den Zahlen widerspiegelt: jährlich schließen rund 29.000 Nachwuchswissenschaftler ihre Promotion ab (Stand: Oktober 2020) und sind damit zum Führen des Doktortitels berechtigt.

Betrachtet man die einzelnen Studienfächer, dann kristallisiert sich schnell heraus, dass überwiegend in naturwissenschaftlichen Fächern promoviert wird: das Studienfach Medizin führt mit über 6.000 Doktortiteln das Ranking an, worauf Biologie (ca. 2.500 Doktortitel), Chemie (ca. 2.000) und Physik (mit ca.1.800) folgen.

Anders als in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik, Chemie und Biologie dauert die Promotion im medizinischen Bereich häufig nur wenige Monate, weshalb sich entsprechend viele Studierende für diesen Weg entscheiden.

Welche unterschiedlichen Doktortitel gibt es?

Es wird zwischen fachbezogenen Hauptgraden sowie nicht fachbezogenen Doktortiteln differenziert. Darüber hinaus gibt es auch die Einordnung als PhD (was für Philosophiae Doctor, also Doktor der Philosophie, steht) sowie DBA (Doctor of Business Administration).

 

Fachbezogene Doktortitel

In Deutschlandgibt es dutzende Doktortitel mit Fachbezug. Ihre Kennzeichnung hängt primär von der Fakultät und der Forschungsrichtung des Nachwuchsforschers ab, sodass eine allgemeine Klassifizierung schwierig ist. Die gängigsten fachbezogenen Doktortitel sind dabei folgende:

 Dr.-Ing.   Doktor der Ingenieurswissenschaften
 Dr. med.   Doktor der Medizin
Dr. med. dent.  Doktor der Zahnmedizin
Dr. iur.  Doktor der Rechtswissenschaften
Dr. oec.  Doktor der Wirtschaftswissenschaften
Dr. phil.  Doktor der Philosophie (kann jedoch auch für deutlich mehr Studiengänge stehen)
Dr. rer. nat.  Doktor der Naturwissenschaften

Nichtfachbezogene Doktortitel

Hierbei handeltes sich um außeruniversitäre Grade oder organisatorische Bezeichnungen in der Verwendung der Doktortitel. Die drei bekanntesten sind:

Dr. mult.  Der Doktor multiplex kürzt Personen ab, die mehrere (ab drei) Doktortitel besitzen
Dres.  Diese Abkürzung wird verwendet, wenn man mehrere Personen mit Doktortitel anspricht.
Dr. habil.  Hierbei handelt es sich um einen habilitierten Doktor. Also eine Person, die eine Lehrbefähigung besitzt.

Ehrendoktortitel

Die Ehrendoktorwürde setzt keine Dissertation oder tiefere Forschung voraus, sondern dient wie der Name schon sagt dazu, eine besondere (gesellschaftliche, soziale oder wissenschaftliche) Leistung besonders zu würdigen. Ehrendoktortitel werden von Universitäten relativ selten in Deutschland vergeben und unterscheiden sich in folgende Ausprägungen:

Dr. h. c.  Der bekannteste Ehrendoktortitel ist der Doktor honoris causa, also „der Ehre halber“
Dr. e. h.  Bedeutet soviel wie Doktor ehrenhalber und findet weniger Anwedung als der Doktor h. c.
D.  Hierbei handelt es sich um einen Ehrendoktor der evangelischen Theologie

Wie unterscheidet sich der klassische Doktortitel vom PhD und DBA?

Der Unterschied zwischen dem deutschen Doktortitel und dem internationalen PhD

Der deutsche Doktortitel wird häufig verwechselt mit dem internationalen PhD. Die Abkürzung PhD steht dabei für Philosophical Doctorate (doctor philosophiae). PhD bedeutet aber keinesfalls, dass hiermit nur Promotionen im philosophischen Bereich gemeint sind, da der PhD sich auch auf jeden Fachbereich beziehen kann.

Im Unterschied zum Doktortitel in Deutschland ist der PhD nicht an einen Doktorvater oder Lehrstuhl gebunden. Das heißt, die Forschungsdurchlässigkeit ist deutlich höher und ein Fakultätswechsel häufig einfacher als in Deutschland. Die Wertigkeit und die Forschungsqualität ist äquivalent. Jedoch hat der deutsche Doktortitel in vielen Fällen noch das Ziel der wirtschaftlich geprägten Karriere, während PhD Studierende in der Regel in der Wissenschaft bleiben.

Der Unterschied zwischen dem deutschen Doktortitel und dem DBA

Der Doctor of Business Administration, kurz DBA, richtet sich im Unterschied zum PhD und auch zum deutschen Doktortitel in der Regel an (Nachwuchs-)Führungskräfte, die bereits umfangreiche Berufs- und Führungserfahrung mitbringen. Die allermeisten DBA-Programme sind zusätzlich berufsbegleitend ausgerichtet und verfolgen eine eher praktisch veranlagte Forschungsarbeit, während der PhD und auch der deutsche Doktortitel eher theoretisch veranlagt sind.

Deine Perspektive mit dem Doktortitel

Als Promovierter stehen Dir in Deutschland neben spannenden Karriereperspektiven in der Wirtschaft auch umfangreiche Möglichkeiten in der Wissenschaft offen. So ist es beispielsweise möglich eine Laufbahn an der Universität einzuschlagen, um Professor zu werden. Gleichzeitig kannst Du auch in staatlichen Forschungseinrichtungen als Wissenschaftler tätig werden. Insbesondere die Professorenlaufbahn kann ein hohes Einkommen mit sich bringen und Dir weitere Türen öffnen.

Nicht zuletzt bietet Dir wie angesprochen auch die Wirtschaft aussichtsreiche Perspektiven an. Viele Unternehmen, insbesondere Großkonzerne, benötigen umfangreich ausgebildete Nachwuchsführungskräfte. Zudem sind statistisch gesehen mit einem Doktortitel höhere Einstiegsgehälter für Dich möglich.

Jedoch solltest Du Deine Entscheidung nicht nur von wirtschaftlichen Interessen abhängig machen. Eine Dissertation erfordert mehrere Jahre andauernde Forschungsarbeit, die Dir auch mental ziemlich viel abverlangt. Wenn Dich der wissenschaftliche Diskurs reizt und für Dich noch nicht feststeht, welchen Karriereweg Du einschlagen möchtest, kann sich eine Promotion durchaus für Dich lohnen.

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