13 perfekte Jobs nach dem BWL-Studium

Autor:
Dominik
Stand:
18.6.2020

Nach der Regelstudienzeit, die sechs Semester andauert, erhält man seinen Bachelor.

Nun hat man die Möglichkeit, als Betriebswirt direkt in die Karriere durchzustarten. Alternativ kann man den akademischen Werdegang natürlich in Form des Masters und darauf aufbauend mit der Promotion weiter treiben. Unabhängig davon, wann Du als Absolvent den Jobeinstieg planst, bleibt die Frage, welche Jobs man überhaupt nach einem BWL-Studium in Aussicht hat.

Hier haben wir eine übersichtliche Liste mit 13 Bereichen, in denen Du Deine Karriere starten kannst:

Jobs nach dem BWL Studium
Wer BWL studiert, ist in der Regel sehr breit aufgestellt und kann sich zwischen diversen Einstiegsbereichen entscheiden.

1. Einkauf und Beschaffung

Selbstredend geht es in diesem Berufsfeld der Betriebswirtschaftslehre um die Beschaffung von Material oder Dienstleistungen. Worum es sich dabei genau handelt, hängt immer vom genauen Geschäftsfeld ab und was im operativen Geschäft benötigt wird.

Neben der Waren- und Leistungsbeschaffung spielt aber auch die Optimierung von Bestellprozessen eine große Rolle. Dazu zählt zum Beispiel, den Markt entsprechend zu beobachten und Analysen durchzuführen. So kann der Kontakt zu potenziellen neuen Lieferanten und Geschäftspartnern hergestellt werden, um stets die besten Konditionen für das eigene Unternehmen auszuhandeln.

2. Vertrieb und Verkauf

Ähnlich wie im Einkauf hat man auch im Vertrieb viel mit den firmeneigenen Waren und Dienstleistungen zu tun, nur mit dem Unterschied, dass man hier als Pendant mit dem Verkauf davon beschäftigt ist. Es wird eng mit den Kunden zusammengearbeitet.

In erster Linie geht es darum, diesen die Produkte und Leistungen vorzustellen, Angebote und Konzepte auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden und entsprechende Analysen durchzuführen. Diese wiederum fließen in einen zweiten, wichtigen Arbeitsbereich aus dem Vertriebsgebiet ein, nämlich der Verkaufsförderung.

Hier dreht sich alles um die Ausarbeitung von Strategien zur Kundenbindung. Bisherige Verkaufszahlen werden entsprechend in ihren detaillierten Werten zu Erfolg, Wirksamkeit und Aufwand analysiert.

Wer als BWL Absolvent im Vertrieb einsteigen will, sollte je nach Branche eine extrovertierte Persönlichkeit sein. Wer gut mit Menschen umgehen und verhandeln kann, dem winken hier hohe Erfolgsaussichten und damit verbundene Gehälter.

3. Personalwesen

Das Personalwesen, auch Human Resources genannt, ist im Grunde jene Abteilung, in der es um die Personalverwaltung geht. Die eigentliche Personalbeschaffung und damit das Rekrutieren von potenziellen Mitarbeitern und Durchführen von Bewerbungsgesprächen ist nur ein minimaler Aufgabenbereich innerhalb dieses Berufs. Auch die Weiterbildung sowie die Betreuung von Beschäftigten fällt in diesen Aufgabenbereich. Oftmals ist das Personalwesen auch mit der Arbeitssicherheit eng verwoben.

Einzig der Betriebsrat fällt nicht in das Personalwesen, das ist wieder ein ganz eigener Berufszweig, in den man meist hereinwächst.

4. Marketing und Werbung

Im Bereich von Marketing und Werbung dreht sich alles um den Auftritt des Unternehmens. Das macht diesen Bereich zu einem beliebten Berufsfeld nach dem BWL-Studium, da es ein sehr abwechslungsreiches Aufgabengebiet sein kann.

In erster Linie werden verschiedene Werbestrategien entwickelt, um Produkte und Dienstleistungen bekannt zu machen. Darüber hinaus beschäftigt man sich aber auch eingehend mit dem allgemeinen Image und der Philosophie des Unternehmens, kümmert sich von der Planung bis hin zur gestalterischen Umsetzung um verschiedenste Projekte und arbeitet viel im Bereich des Social Media.

Marketing nach BWL Studium
Einstiegsjobs im Marketing sind sehr heterogen: sie können sowohl kreativ als auch technisch geprägt sein

In größeren Unternehmen kommt außerdem noch das Beobachten des Markts dazu, um potenzielle Trends aufzuspüren. Je nach Teilbereich im Marketing sind unterschiedliche Skills gefragt: wer im Bereich Social Media den Berufseinstieg nach dem BWL Studium plant, sollte eher Kreativität mitbringen. Wer hingegen in der Marktforschung tätig werden will, muss dementsprechend eher analytisch geprägt sein.

Die Gehaltsaussichten im Marketing sind überschaubar und nicht mit Gehältern im Bereich Vertrieb oder Controlling vergleichbar.

5. Controller

Als Controller ist man ausschließlich für finanzielle Entscheidungen zuständig. Für diesen Beruf aus dem Feld der Betriebswirtschaft ist ein gutes Durchsetzungsvermögen von größter Wichtigkeit, außerdem muss eine entsprechende Affinität im Zusammenhang mit Zahlen und wirtschaftlicher Denkweise vorhanden sein. Auch analytische Kompetenzen zeichnen jemanden für diesen Beruf aus.

Hauptsächlich sind es Soll-Ist-Vergleiche, wodurch nicht selten eine enge Zusammenarbeit mit der Buchhaltung besteht. Gleichzeitig ist ein Controller auch dafür zuständig, Prognosen für zukünftige Entscheiden zu erstellen, insbesondere, wenn sich das Unternehmen an langwierigen Projekten beteiligt.

Die Zahlenaffinität und anaytischen Voraussetzungen münden meist in einem überdurchschnittlich hohen Einstiegsgehalt. Wer sich optimal auf die Gehaltsverhandlung vorbereitet, kann im Controlling punkten.

6. Supply Chain Management (SCM)

Der Supply Chain Manager ist ein expliziter Beruf innerhalb der Ein- und Verkaufsbereiche in einem Betrieb. Er ist dafür zuständig, die gesamte Lieferkette eines Unternehmens zu managen, und zwar in beide Richtungen. Dadurch koordiniert und organisiert er Rohmaterialien, kümmert sich aber auch um den Transport zum Endkunden sowie um die Abfallentsorgung in allen Zwischenschritten.

Ein Supply Chain Manager ist für die Betriebswirtschaft insofern von hoher Relevanz, da er die einzelnen Prozesse stetig weiterentwickeln und optimieren soll. Seine Arbeit wirkt sich auf den gesamten Geldfluss aus, Materialkosten und Zeitinvestition (aufgrund des Informationsflusses zwischen einzelnen Schnittstellen) sollen möglichst gering gehalten werden.

7. Buchhalter

Ein BWL-Studium befähigt durchaus zur Arbeit in der Buchhaltung, wobei es hier verschiedene Teilbereiche gibt. Ein ganz präziser wäre zum Beispiel der zuvor schon erwähnte Controller. Aber auch der Financial Accountant, also der oberste Buchhalter, erwirbt durch ein Studium in den Betriebswirtschaftslehren sämtliche Kompetenzen, die einem Unternehmen zugutekommen.

Im Grunde ist so jemand für alle Geschäftsfälle im Unternehmen zuständig. Der Aufgabenbereich umfasst also die Buchung sämtlicher Rechnungen, die Lohnverrechnung und allfällige Jahresabschlüsse.

Wer perspektivisch die Leitung einer gesamten Buchhaltung übernehmen möchte, sollte sich auch die Berufsexamina zum Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer ansehen. Diese bringen nicht nur berufliche Vorteile, sondern erlauben darüber hinaus auch andere Tätigkeitsfelder mit einem höheren Einkommen.

8. Key Account Manager (oder auch Account Manager)

Ob Account Manager oder Key Account Manager, diese Position widmet sich rein dem Kundenkontakt. Der Unterschied richtet sich ganz nach den Kunden, so gibt es die üblichen Customer und die Key Customer, die zu den wichtigsten des gesamten Unternehmens zählen, da sie einen nicht unerheblichen Teil der Einnahmen darstellen.

Zu den Aufgaben des Account Managers zählt die regelmäßige Kommunikation mit dem Kunden. Auch dann, wenn dieser im Moment nicht in einem Projekt verwickelt ist. So kann diesem rechtzeitig beratend zur Seite gestanden werden, um ihm für seine Situation passende Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Als Kernkompetenzen gelten in diesem Beruf Empathie, Organisations- und Kommunikationstalent sowie eine hohe Serviceorientierung.

Key Account Manager finden sich in der Regel im B2B (Business to Business) Bereich wieder, während der normale Vertriebsbereich auch an Endkunden gerichtet sein kann.

9. Unternehmensberater

Der Unternehmensberater ist ein Karriereweg, der sich für eine Selbständigkeit nach dem BWL-Studium besonders gut eignet. Aber auch als Angestellter kann man in große Unternehmensberatungen nach dem BWL Studium einsteigen (beispielsweise bei den sogenannten BIG 4, zu denen auch Ernst & Young zählt). Man ist eine Anlaufstelle für Unternehmen, die einen fachlichen oder strategischen Rat suchen und die Hilfe im wirtschaftlichen Bereich benötigen. Das können verschiedene Managemententscheidungen, aber auch Hilfe in einzelnen Vertriebsschritten sein.

Üblicherweise spezialisiert sich ein Unternehmensberater aufeine bestimmte Abteilung, um sein Know-How gezielt einsetzen zu können. Im Allgemeinen wäre die Betriebswirtschaft ein zu breit gefächertes Gebiet, was bei fehlender Spezialisierung den Wert der eigenen Dienstleistung zu stark mindern könnte.

Wer nach dem BWL Studium den Berufseinstieg in der Unternehmensberatung anstrebt, wird häufig hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt und muss mit viel Reisetätigkeit rechnen. Da man anfangs sehr generalistisch ausgebildet wird, öffnen sich im Anschluss an die Tätigkeit viele neue Themengebiete und Branchen. Wer sehr belastbar ist, kann jedoch auch in der Unternehmensberatung bleiben und den Karriereweg zum Partner anstreben.

10. Management und Unternehmensführung

Es zählen sämtliche Positionen innerhalb der Unternehmensführung zu den Berufen, die nach einem BWL-Studium angestrebt werden können. In diesen verschiedenen Teilbereichen geht es nicht nur darum,Unternehmensziele festzulegen und diese dann auch zu verfolgen, sondern diverse Aktivitäten zu steuern. Das kann die Planung, Koordinierung und auch die Kontrolle von Projekten betreffen.

Entsprechend der Betriebswirtschaft gehören natürlich auch Einnahmen und Ausgaben zum Aufgabenfeld in der Managementebene. Hier geht es dann um die Kapitalbeschaffung, genauso wie um die Kontrolle von Finanzmitteln,so zum Beispiel bei größeren Investitionen.

Wer in das Management eines Unternehmens einsteigen möchte, beginnt meist mit einer Trainee-Stelle. Nach einem gezielten Programm erlangt man dann die erste Führungsebene. Maßgeblich ist hier die eigene Leistung, die darüber entscheidet, ob man befördert wird. Ein direkter Einstieg nach dem Studium in die Unternehmensführung ist nur selten möglich.

11. Start-Ups

Start-Ups machen mittlerweile einen nicht unerheblichen Teil der heimischen Wirtschaft aus. Egal, aus welcher Branche sie stammen, jedes von ihnen benötigt einen kompetenten Betriebswirt, der in entsprechenden Belangen zur Seite stehen kann. Dennoch beschränkt man sich auch hier in der Regel aufeinen gewissen Arbeitsbereich.

12. Technischer Berater

Zahlreiche IT-Unternehmen setzen mittlerweile auf technische Berater, auch Technical Consultant genannt. Hierbei handelt es sich um einentypischen Beruf, der ein BWL-Studium voraussetzt, meist allerdings mit der Spezialisierung auf einzelne IT-Bereiche (wie zum Beispiel dem IT-Projektmanagement).

Ein technischer Berater ist ein Problemsucher und gleichzeitig auch ein Lösungsfinder. Zu seinen Kernaufgaben zählt es, technische Systeme jeder Art (von Weblösungen bis hin zu allgemeiner Software) durchzugehen, um Probleme zu entdecken. Sollte es dazu kommen, liegt es auch in seiner Verantwortung, entsprechende Lösungen zu finden.

Häufig arbeitet man nach dem BWL Studium bei großen IT-Beratungen, die sogenannte CRM Systeme bei Kunden implementieren und diesen dahingehend beraten, welches System vorteilhaft ist.

13. Börsen- bzw. Finanzmakler

Als Makler für Börsen und Kurse beschäftigt man sich in erster Linie mit der Vermittlung entsprechender Geschäfte. Das können Wertpapiere, aber auch Kreditinstitute sein, wodurch der Aufgabenbereich entsprechend abwechslungsreich ist. Üblicherweise fokussiert sich ein Unternehmen allerdings auf einen Teilbereich.

Wichtig ist dabei das Beobachten aktueller Kurse, um stets über tagesaktuelles Geschehen Bescheid zu wissen. Außerdem ist es wichtig, in diesem Beruf die Authentizität von Wertpapieren festzustellen, wobei das nur einen kleinen Teilbereich darstellt.

Dieser Beruf eignet sich trotz breiter Aufgabengebiete nur geringfügig zur Selbständigkeit. Anders sieht es bei klassischen Finanzmaklern aus, die häufig selbstständig organisiert sind. Finanzberater bzw. Makler können mit einem überdurchschnittlichen Gehalt rechnen.

Bachelor oder Master – was wäre besser?

Bereits nach dem Bachelorstudium sind die beruflichen Möglichkeiten breit gefächert. Es gibt kaum ein Unternehmen von zumindest mittlerer Größe,das keinen Experten für Zahlen und wirtschaftliche Belange benötigt. Ganz egal, in welcher Branche. Allerdings kommt die Höhe vom Einstiegsgehalt immer ganz darauf an, in welchem Wirtschaftszweig man als BWL-Absolvent einsteigt. So zählen Banken und die Pharmaindustrie zu jenen Bereichen, die deutlich höhere Gehälter bezahlen als das etwa im Tourismusbereich der Fall wäre.

Mit einem Master spezialisiert man sich in der Regel auf ein bestimmtes Gebiet. Hier ist es dann besonders wichtig, entsprechende Schwerpunkte während der vier Master-Semester zu wählen. Ein Master lohnt sich insbesondere dann, wenn man im Laufe der Karriere eine Führungsposition anstrebt.

Nach dem BWL-Studium keinen Job gefunden – und jetzt?

Trotz allem Kompetenzen, die man sich im Laufe eines BWL-Studiums aneignet, kann der Arbeitsmarkt kurzzeitig katastrophal wirken. Geschrieben werden hunderte Bewerbungen, die Antwort darauf ist entweder eine Absage oder bleibt ganz aus. Auch in einem solchen Fall sollte man nicht verzweifeln!

Mittlerweile ist die Betriebswirtschaft ein Gebiet, das sich an einer breiten Masse an fachlichen Spezialisten bedient. Gleichzeitig steigt aber auch der Bedarf an ihnen, sodass es im Grund immer Arbeit gibt. Oft liegt es an den eigenen Vorstellungen vom Arbeitsmarkt, dass direkt nach dem Studium kein Job gefunden wird.

  • Es zählt die Qualität und nicht die Quantität.Anstatt hunderte von Bewerbungen zu verschicken, sollte man sich unbedingt aufein paar gezielte Unternehmen konzentrieren, die perfekt zur eigenen Person passen.
  • Welches Berufsfeld wird angestrebt? Wie aus der oben angeführten Liste zu entnehmen ist, gibt es sehr viele verschiedene Bereiche, in denen die Betriebswirtschaft zum Einsatz kommt.
  • Generell gilt außerdem: Innerhalb von Städten gibt es mehr Berufe, die zu einem BWL-Studium passen, als auf dem Land.

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